Altenpflege Nachrichten

Flüchtlinge in die Altenpflege: ,,Die Lücken müssen geschlossen werden“

Im nächsten Jahr wird es  für Asylanten an der Maria-von-Linden-Schule eine spezielle Ausbildung zum Altenpflegehelfer geben. Einige Deutschschüler von Lehrerin Anja Butzke begeben sich bereits ins Praktikum in Pflegeheime. Der 20-Jährige Samsidim, auch Sam genannt, kam vor ca. eineinhalb Jahren von Gambia nach Hedenheim. Er will arbeiten, eine eigene Wohnung haben, Geld verdienen & auf eigenen Beinen stehen. Er will eine Zukunft in Deutschland haben.
Sam ist nun knapp ein Monat Praktikant in der Altenpflege. Davor hatte er noch nie was mit dem Beruf zu tun gehabt. Der 20-Jährige wusste nicht wie die Menschen im Pflegeheim leben, in der Heimat pflegte man seine Eltern in der Familie. Er kam alleine und ohne Ausbildung nach Deutschland, seine Eltern leben weiterhin in Gambia, die er später gerne pflegen möchte.

Nun hat sich Sam dazu entschlossen in den Pflegeberuf einzusteigen. Er möchte aber mehr als „Praktikant“ sein, ,,Ich will helfen„, sagte er stolz und motiviert. Sam ist aber nicht der einzige der sich dazu entschlossen hat in die Pflege zu gehen. In kaum einem anderen Beruf entstehen so viele neue Jobs, wie in der Pflege-Branche, es mangelt an Fachkräften. Flüchtlinge sollen nun die Lücken füllen, schreibe Deine Meinung gerne in die Kommentare, wie denkst Du darüber?

Nicht alle wollen in die Pflege

Der 20-Jährige Sam sitzt mit ca. 30 anderen jungen Migranten in einem Klassenzimmer, überwiegend mit Männern. Allein im Landkreis Heidenheim sind bei der Agentur für Arbeit derzeit über 25 offene Stellen in der Altenpflege. Die Berufsaussichten sind nicht schlecht, keine Frage, doch wie sieht es in der Zukunft aus? Schulleiter der Maria-von-Linden-Schule Willi Benneger ist der Meinung eine Ausbildung ist wichtig für die Integration und um Geld zu verdienen. 2500 Euro könne ein Altenpfleger verdienen, mehr als ein KFZ-Mechatroniker. Zumal ein Mechaniker in einem komplett anderen Bereich tätig ist.

Das Regierungspräsidium genehmigte diesen Ausbildungsgang, Migranten und Flüchtlinge sollen die Lücken in der Altenpflege schließen! Schulleiter Willi Benneger hat keinen Zweifel daran, dass die Klasse voll belegt sein wird. Die Lehrerin war selbst in der Altenpflege tätig und möchte diesen Beruf nun jungen Migranten und Flüchtlingen ans Herz legen.

Ca. 60% allein bei der ersten Infostunde zeigten ihr Interesse. Auch der 16-Jährige Munir zeigte sein Interesse und berichtete in gutem Deutsch ,,Mein Vater war in Syrien auch in der Altenpflege tätig, ich glaube mir wird der Beruf gefallen“.  Aber nicht alle Teilnehmer wollen in die Altenpflege. Waltraud Träger, ebenfalls Lehrerin sagte dazu ,,Wenn kein Interesse da ist, dann funktioniert es nicht„. Die Chancen in der Altenpflege seien groß und nicht zu unterschätzen sind die Herausforderungen.

Ausbildung speziell für Migranten mit schwachem Deutsch.

Dieser Ausbildungsgang ist speziell auf Migranten zugeschnitten die noch deutsch lernen müssen. 3 Tage in der Woche arbeiten sie in einem Pflegeheim oder in der ambulanten Pflege und verdienen sich dabei ca. 800€. Im FSJ (Freiwilliges soziales Jahr/Jahrespraktikum) verdient man im Durchschnitt 200-400€ ohne Zusatzleistungen oder Zuschläge bei 100%. Die Azubis werden speziell noch in Erdkunde und Religion geschult. Dies sei wichtig, um den Glauben der Menschen kennen zu lernen.

Wie ist deine Meinung dazu?

Schreibe es in die Kommentare! 🙂

Tim Schenk

Tim Schenk

Mein Name ist Tim Schenk. Ich bin in der Pflege tätig und betreibe nebenbei diesen Blog. Ich teile meine Erfahrungen mit euch und berichte über die Alten- und Krankenpflege. Eine Bindung zwischen mir und den Lesern ist mir wichtig, Spaß und Unterhaltung haben bei mir eine hohe Priorität.

6 Kommentare

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  • Herr Benninger soll mir mal den Pflegedienst nennen, in dem man 2500 € verdient – dort fange ich dann auch sofort an ??????

  • Hierbei wird es aber gewaltig am Verständnis und der Kommunikation in unserer Sprache große Probleme geben. Ich selber erfahre das gerade selber mit Vietnamesen. Auch die Akzeptanz unserer heimbewohner gegenüber der Migranten wird nicht so leicht herzustellen sein

  • in den Pflegeberufen,sei es krankenhaus oder Altenheim,wird doch seit Jahren immer mehr Personal abgezogen und die verbleibenden müßen die Arbeit mitleisten,also das Doppelte.Ich selbst hab es im KH durchgemacht.Eigentlich soll man anderen Menschen helfen ,aber man wird selbst irgendwann zum Patienten.Der Krankenstand im medizinischen oder überhaupt im Pflegeberuf wird immer höher,denn das Personal wird systematisch kaputt gespielt.Darum verstehe ich nicht warum jetzt Asylanten eingesetzt werden sollen um die Arbeit zu machen.Lieber sollten die dafür sorgen das der Beruf wieder attraktiver wird und dementsprechend ausreichend bezahlt wird.Für die Patienten oder Bewohner hat man keine Zeit mehr,und das ist sehr sehr traurig.Das menschliche bleibt leider auf der Strecke.

  • Es ist schwachsinn das wieder leute in den beruf gesteckt werden die unsre sprache nicht richtig beherrschen. Dadurch entstehen nur mehr probleme und arbeit!! Sie können ihre Arbeit nicht richtig erledigen weil sie uns nicht verstehen. Die einarbeitung klappt schonmal garnicht, dann muss man nachdem man seine aufgabe erledigt hat, die des anderen kontrollieren meist, die ganzen dokumentation egal ob die am pc gemacht wird oder noch per hand geschrieben wird bleibt alles an einem hängen , Leistungen müssen abgezeichnet werden die man nicht gemacht hat. Pflegeprobleme verschlimmern sich oder werden nicht erkannt. Dann sollte man vllt noch bedenken das in der pflege auch medikamente mit ihm spiel sind. Wie schnell ist da mal was falsches gegeben oder garnix ?
    Finde ich viel zu gefährlich!!
    Die bewohner leiden am meisten darunter!!
    Bedürfnisse wie z. B. Hunger, durst oder hilfe beim laufen auf den weg zur toilette, wird nicht verstanden wenn es geäußert wird. Menschen mit demenz kann es stark verwirren, wütend oder sogar ein gefühl von hilfslosigkeit geben da ihnen nicht richtig geholfen wird.
    Ich habe in einer demenz wg 4 jahre gearbeitet und es mehrmals mit bekommen was es für probleme bereitet wenn nicht die selbe sprache gesprochen wird oder sogar eine mitarbeiterin ein kopftuch trägt wegen ihrer religion.
    Die liste an probleme die dadurch entstehen kann ist sehr lang…
    Es ist zwar schon eine gute idee das asylanten auch in der pflege arbeiten aber bitte erst dann wenn sie die sprache verstehen, sprechen und auch schreiben können. Die kommunikation ist das wichtigste in der pflege.

  • Verwirre nicht die Verwirrten! Ja nicht mit Herzblut und Emphatie an die Arbeit gehen! Sammelt Kraft für die auf Euch zukommende Mitarbeiterbetreuung!

  • Was glaubt ihr eigentlich was diesen jungen Männern vorschwebt, Pflege ist ein knochenharter und unterbezahlter Job, aber träume weiter Deutschland.

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